Das Geburtsplanungsgespräch vor einem Kaiserschnitt

von | 11.01.2016 | Bauchzeit | 0 Kommentare


 

Du bist schwanger und hast bereits einen Termin für dein Geburtsplanungsgespräch und möchtest gerne wissen, was genau dich da erwartet? Dann habe ich im folgenden Beitrag umfassende Informationen für dich:

medical-563427_1920

Ähnlich der Geburtsplanung bei einer natürlichen Entbindung, besteht auch vor einem geplanten Kaiserschnitt die Möglichkeit ein Geburtsplanungsgespräch wahrzunehmen. Zudem gilt es als bewährtes Mittel um die ersuchte Klinik auf Herz und Nieren zu prüfen und wie in jeder Beziehung auch, zu bewerten ob und inwieweit man zueinander passt. Vertrauen in die Ärzte und das medizinische Personal ist eine sichere Basis für jede Geburt. Bereits vor einem Termin zu einem Vorgespräch empfehle ich, an einem Informationsabend die Kreißsäle und das Personal der Entbindungsstation kennen zu lernen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Bereits hier hast du bereits oft schon die Möglichkeit Fragen zu stellen oder deinen Wunsch anzusprechen. Hierbei entpuppen sich bereits viele Kliniken als pro oder kontra zum Wunschkaiserschnitt eingestellt.

Für das sogenannte Geburtsplanungsgespräch benötigst du eine Überweisung deines behandelnden Gynäkologen. In den meisten Fällen ist dieser Termin zwischen der 32. und 38. Schwangerschaftswoche vorgesehen, der genaue Zeitraum ist abhängig von deinem individuellen Schwangerschaftsverlauf und den internen Regelungen der einzelnen Geburtskliniken. Mit der Überweisung, auf welcher nicht zwingend angegeben sein muss, welcher Geburtsmodus geplant wird, kannst du dich in der Klinik anmelden und einen Termin vereinbaren. Theoretisch wäre es möglich diesen Termin auch ohne Überweisung wahrzunehmen, dies bedeutet aber für die Kliniken einen erhöhten bürokratischen Aufwand und wird daher nicht so gern gesehen.

Von Arzt zu Arzt unterschiedlich gestaltet, verläuft ein Gespräch dieser Art im Groben doch recht ähnlich. Je nach deinem bisherigem Verlauf wird zu diesem Termin ein Ultraschall vorgenommen, bei dem auch Größe und Gewicht des Kindes nochmals geschätzt werden, der Muttermund wird untersucht oder es wird ein CTG geschrieben. Welche Untersuchungen genau gemacht werden, ist individuell sehr unterschiedlich. Besteht bereits eine Indikation für einen Kaiserschnitt oder wünschst du einen Kaiserschnitt, wird dich der Arzt über Risiken, Abläufe und eventuelle Alternativen aufklären. Am Ende des Gespräches wird der Termin für deinen geplanten Kaiserschnitt angesetzt.

Ein Kind, welches freudestrahlend vor einem Tisch liebevoll verpackter Geschenke steht, wird wohl darüber nachdenken, ob es diese nun lieber heute oder morgen ausgepackt hätte, aber für die werdenden Eltern ist dieses Datum einer ihrer größten Tage ihres ganzen Lebens und bekommt eine ungeheure Bedeutung zugewiesen. Wenn der Termin zum Vorgespräch vereinbart ist, sollte man daher den Kalender zur Hand nehmen und sich die Tage anschauen, die bei einem regulären Verlauf in Frage kommen, dies schafft einen ersten Überblick. In den meisten Kliniken werden Kaiserschnitte etwa 1-14 Tage vor dem eigentlichen Entbindungstermin angesetzt, daran kannst Du Dich orientieren, Wochenenden und Feiertage sollte man allerdings aussparen, da an diesen nur ungeplante, beziehungsweise akute Eingriffe vorgenommen werden.

Sind die wichtigsten Punkte geklärt, besteht nun die Möglichkeit auch frei heraus Fragen zu stellen, die dir und deinem Partner in Verbindung mit der Geburt noch auf der Seele brennen. Folgende Aspekte werden dabei häufig in diese Überlegungen miteinbezogen:

– Bonding
– Dauer des stationären Aufenthaltes im Anschluss an den Kaiserschnitt
– Narkoseformen
– Äußere Wendung bei einer Beckenendlage
– Anwesenheit einer Begleitperson im OP
– Einlauf vor dem Kaiserschnitt
– Legen des Blasenkatheters vor oder nach dem Wirken der Betäubung
– Stillen und primäres Abstillen nach einem Kaiserschnitt
– Nabelschnurblut / Stammzellen einlagern
– Vorgehensweise bei vorzeitigen Wehen oder Blasensprung vor dem geplanten Termin
– Alternative Entbindungsformen
– Wehen abwarten vor dem Kaiserschnitt

Für viele Mütter ist es besonders wichtig zu erfahren, wann sie nach dem Eingriff ihr Kind das erste Mal sehen und anlegen können. Da dies von Klinik zu Klinik oft sehr unterschiedlich gehandhabt wird, ist es wichtig, dies vorab zu klären. Aus Scham oder Angst werden Fragen zu Einläufen oder dem Blasenkatheter nur ungern gestellt, doch gerade dann sollten sie angesprochen werden. Viele Ärzte kommen den werdenden Müttern dabei sehr entgegen und respektieren individuelle Wünsche, soweit es der Operationsablauf zulässt. Bei sehr starken Ängsten vor einer natürlichen Geburt ist es ratsam nach Alternativen zu fragen, die dir unter Umständen doch eine schöne natürliche Geburt ermöglichen können, der Wunsch nach einem Kaiserschnitt sollte dabei jedoch stets respektiert werden, wenn für dich keine Alternative in Frage kommt.

Nach dem Gespräch gehen die werdenden Eltern oft mit vielen Antworten und einem Datum nach Hause, von dem man sich in diesem Moment noch nicht vorstellen kann, dass es der Geburtstag des eigenen Nachwuchses werden soll. Doch die Vorfreude auf das neue Familienmitglied und die Aufregung vor dem großen Tag nimmt bald diesen Platz ein und begleiten euch bis zu dem Moment, in dem euer Baby das Licht der Welt erblickt. Ein Dinner zu zweit, noch einmal entspannt durch die Stadt bummeln, die letzten Handgriffe im Kinderzimmer oder noch einmal ein entspannter Ausflug mit den größeren Geschwistern. Die letzten Tage vor dem Kaiserschnitt solltet ihr frei gestalten und genießen, denn bis zum zuckersüßen Babystimmchen in euren vier Wänden sind es von nun an nur noch wenige Tage und Stunden.

Ich wünsche dir ein angenehmes Geburtsplanungsgespräch und natürlich ein wundervolles Geburtserlebnis.