Ich packe meinen Koffer! Die Kliniktasche bei einem Kaiserschnitt

von | 31.01.2016 | Die Zeit danach | 0 Kommentare


 

Das Internet ist voll mit hilfreichen und weniger hilfreichen Listen, die aufzählen, was du unbedingt in deine Kliniktasche packen solltest, manchmal sogar aufgeteilt in eine Tasche für die Mama, den Papa und das Baby. Aber wenn die Geburt nicht natürlich sondern geplant per Kaiserschnitt bevorsteht, werden viele Tipps überflüssig und nach einem mühsamen Streichen der Liste bleiben dennoch ein paar Fragezeichen über deinem Kopf hängen. Die Listen sind meist recht lang, nicht selten mit vielem vollgestopft, was du in der Zeit im Krankenhaus wahrscheinlich nicht einmal auspacken wirst. Doch was genau brauchst du denn nun wirklich und was kannst du getrost daheim lassen? Was ist in den ersten Tagen nach einem Kaiserschnitt wirklich wichtig? Und was bekommst du im Krankenhaus zur Verfügung gestellt? Diesen und weiteren Fragen möchte ich im heutigen Beitrag auf den Grund gehen und dir eine Liste für deine Kliniktasche zusammenstellen.

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Dinge, wie Musik für den Kreißsaal, warme Socken unter der Geburt oder einen kleinen Becher um sich nach einem Dammschnitt selbst den Genitalbereich zu spülen, wirst du nicht brauchen, doch die meisten Listen im Internet sind genau darauf ausgerichtet. Nach für mich nun mittlerweile 2 Kaiserschnitten und dem Austausch mit vielen anderen Müttern, kann ich das Wichtigste für die Zeit in der Klinik wie folgt zusammenfassen, doch bevor du dir die Liste durchliest, möchte ich dir noch einen Tipp geben: Pack nichts in die Tasche, was so wertvoll ist, dass es dich ärgern würde, wenn es weg ist. Natürlich gibt es in einer Klinik Schränke mit Schloss, aber nicht alles, was dein ist, wird da drin sein und leider gibt es überall Menschen, die keinen Respekt vor deinem Eigentum haben und sich einfach schnappen, was verlockend erscheint. Bedenke das, wenn du deine Tasche packst, so schützt du dich selbst vor bösen Überraschungen in einer Zeit, wo du alles möchtest, nur nicht dich zu ärgern. Und nun zur Liste:

Für dich selbst brauchst du folgende Dinge:
– Persönliche Unterlagen: Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis, Allergiepass, sowie weitere wichtige Befunde und die Einweisungsunterlagen für die Klinik
– Waschtasche (Shampoo, Duschbad, Deodorant, Zahnbürste & -pasta, Haarbürste, Haargummis bei längerem Haar; mein Tipp: kleine Probepackungen aus der Drogerie nehmen weniger Platz in der Tasche weg und reichen für die wenigen Tage absolut aus)
– Kosmetika, Schmuck, spezielle Pflegeprodukte
– Waschlappen bzw. Einmalwaschlappen (in manchen Kliniken lässt man die Wöchnerinnen erst nach einigen Tagen duschen, da sind Waschlappen Gold wert!)
– ein kleines und ein großes Handtuch oder alternativ ein Bademantel
– Hausschuhe und Badelatschen (in den Schuhen solltest du sicher gehen und stehen können)
– Kleidung: warme Socken, T-Shirts, Strickjacke, Nachthemden, Unterwäsche (wer Netzhosen nicht mag, muss sich eigene Slips mitbringen; hier sind besonders bequeme, dehnbare, hoch geschnittene Unterhöschen empfehlenswert), Hosen oder Röcke (gut geeignet sind Leggings, Jogginghosen, Röcke mit hohem Bund oder durch die Gummibündchen natürlich auch Umstandskleidung), bei Bedarf spezielle Stillkleidung, sowie Still-BHs bzw. straff sitzende BHs für Frauen, die abstillen möchten und ein Outfit für die Heimfahrt (an den After-Baby-Bauch denken)
– Smartphone, Laptop, Tablet, Kamera plus Ladekabel bzw. Batterien / Akkus
– Buch, Zeitschrift und Kopfhörer (für den äußerst seltenen Fall der Langeweile)
– Telefonnummer deiner Nachsorgehebamme (für den Fall, dass du noch keinen ersten Nachsorgetermin ausgemacht hast oder es früher losgeht)
– Brille, falls du ansonsten Kontaktlinsen trägst
– eigene Medikamente (wer regelmäßig Medikamente nehmen muss, z.B.: bei einer Schilddrüsenstörung muss die Tabletten natürlich auch in die Kliniktasche packen; Schmerztabletten bekommt man meist in der Klinik ausreichend, für die Zeit danach sollte man sich gute Ibuprofen Tabletten bereitlegen, die sind höher dosiert wie Paracetamol, aber Achtung: immer vorab informieren, welche Medikamente in der Stillzeit geeignet sind)
– Stillkissen (nicht nur praktisch für die Stillmamis, sondern auch um es sich und dem Baby im Klinikbett gemütlich zu machen)
– für dein Baby brauchst du in der Klinik nicht viel, aber je nachdem was du für dein Kind sofort parat haben möchtest, hier ein paar Tipps: Mullwindel, Schnuller und ein kleines Schmusetuch, sowie eine zur Jahreszeit passende Mütze und entsprechende Kleidung für einen Spaziergang im Freien, ebenso Flaschennahrung, sofern du eine ganz bestimmte Milch füttern möchtest (z.B.: HA-Milch oder eine spezielle Marke)

Für dein Baby sollte Folgendes bereit liegen: (für den Entlassungstag)
– Ein Kindersitz für die Heimfahrt im Auto, alternativ geht natürlich auch der Kinderwagen (ein Tragetuch oder eine Tragehilfe solltest du erst ab der Zeit zuhause nutzen und dann möglichst nur für kurze Strecken in der Wochenbettzeit)
– Outfit für die Heimreise (Jacke, Mütze, Body, Socken, Strampler; je nach Jahreszeit passende Mütze und Jacke auswählen; im Winter ist ein Fußsack oder ein Lammfell im Kinderwagen wichtig, damit dein Kleines richtig schön warm eingepackt ist; im Hochsommer ist eine Mütze und ein Sonnenschutz besonders wichtig; Und noch ein Tipp: Wer schon ahnt, dass der Partner mit dem Zusammenstellen des Outfits seine Probleme haben könnte, packt bereits vorher schon alles zusammen)

Das bekommst du im Krankenhaus gestellt: (vieles sind Einwegartikel)
– Kleidung, Windeln und Feuchttücher für dein Baby
– Milchnahrung und Fläschchen (jede Klinik schwört auf eine bestimmte Marke, meist genutzt ist meist Aptamil; die Marke lässt sich aber vorab erfragen)
– Schnuller
– Vorlagen für deinen Wochenfluss (wer sich mit den berühmt berüchtigten Surfbrettern der Kliniken einfach nicht anfreunden mag, kann sich natürlich eigene Vorlagen mitbringen; für die erste Zeit solltest du zu extralangen saugstarken Binden greifen, oft benannt als Varianten Night und long; Tampons sind während des Wochenflusses nicht erlaubt)
– Netzhosen (die einen hassen sie, die anderen schwören drauf; sie sind bequem, es ist egal wie schmutzig sie werden und durch das Netzmaterial kommt genügend Luft an die Narbe)
– Kinderwagen (viele Kliniken haben einen eigenen kleinen Fuhrpark, mit denen du auf dem Klinikgelände spazieren gehen kannst)

Wie du siehst, auch meine Liste ist nicht viel kürzer, aber natürlich muss auch hier jede Mama individuell entscheiden, was sie davon einpackt und schon relativiert sich das Ganze. Denk beim Packen daran, dass du nur wenige Tage in der Klinik bist, einige Dinge wirst du wahrscheinlich gar nicht auspacken und du hast jederzeit die Möglichkeit, dir etwas mitbringen zu lassen. Für deine Kliniktasche habe ich dir die Liste in praktischer Kurzfassung als Download vorbereitet.

Und nun viel Spaß beim Packen für den wohl spannendsten Kurzurlaub deines Lebens.

Meine Kliniktasche