Von Rückblicken und Ausblicken – Mein Fazit nach 14 Monaten bloggen

von | 11.03.2017 | In eigener Sache | 0 Kommentare


 

Vor etwas über einem Jahr kam mir die wahnsinnige Idee aus meiner seit 2011 bestehenden Webseite einen Blog zu machen, einfach so, mir war halt danach, alles neu und frisch sollte es werden, farbenfroher und dynamischer, nicht so statisch und gelangweilt daherkommend wie die Jahre zuvor. Ich habe den Anbieter gewechselt und mich in die für mich vor einem Jahr noch absolut Böhmischen Dörfer namens WordPress gewagt, ohne Plan von nichts, bereut habe ich es bis heute nicht, aber lassen wir den öden technischen Krempel… ich blicke auf turbulente Monate zurück, aber auch wenn ich vieles aus dem Protokoll streichen wollen würde, gab es viele Entscheidungen, die ich immer wieder ganz genauso treffen würde, in meiner persönlichen Top 5 darf sich da auch mein Blog die Ehre geben. Schon die ersten Blogbeiträge hier haben mir sprichwörtlich die Augen geöffnet, ich habe erkannt, wie viel Potenzial in ihm steckt und ich spüre richtig, wie der ganze Staub aus den digitalen Ecken verschwunden ist. Ich schreibe schon mein ganzes Leben, aber noch nie hat es mich emotional so bewegt, so gefordert, so inspiriert, wie in den letzten 14 Monaten… Dass es auch noch Menschen gibt, die ihn tatsächlich lesen, setzt dem Ganzen natürlich das Oberkrönchen auf.

 

Mein ganz persönlicher Rückblick fällt im Grunde so nüchtern, wie auch spannend aus: 20 Beiträge, wenn ich diesen hier mitrechne, die ganzen Entwürfe, deren Nummer noch nicht aufgerufen wurde, nicht mit hinein gedacht, 1 Verlosung, 2 Gewinner, 180 Wegbegleiter in den sozialen Medien und unzählige Stunden Recherche für meine weiteren Publikationen und das alles zwischen Windeln und Hausaufgaben. Mit dem neuen Jahr begann nun auch meine eigentliche Arbeit, denn die Elternzeit hat Platz machen müssen für die vielen Projekte, die im digitalen Wartezimmer stoisch auf ihren Einsatz warten. Darunter einige große und kleine Buchprojekte, sowie ein neuer Blog, der mir schreibend etwas mehr Spielraum erlauben wird, aber wer den Namen zum ersten Male liest, wird wissen, dass ich mir treu bleibe, auch wenn ich meine Bühne als Bloggerin ein wenig vergrößern werde. Geplant ist der Start für April… Ihr dürft also gespannt das Popcorn zücken und Euch damit die Wartezeit versüßen…

Doch was genau nehme ich aus den letzten Monaten mit? Eine ganze Menge. Ich habe mir sozusagen den sprichwörtlichen Spiegel vorgehalten und mich als Autorin auf eine Art und Weise gefunden, die mir vorher verschlossen war. Zu bloggen ist eine völlig andere Art zu schreiben, als wenn ich aus einer Handvoll Fakten eine Übersicht oder Zusammenfassung erstelle und diese ohne jegliches Wissen über eine Rückmeldung derer, die es lesen, auf eine Webseite packe. In einem Blog kann ich interagieren, ich spreche zu Euch, zu Allen, die es lesen und ich fühle mich dabei wie eine Moderatorin, die mit ihren passend gewählten Worten einen wichtigen und interessanten Dialog anzuregen versucht. Ich habe in diesem Jahr gelernt, um, wie vieles wertvoller, weitreichender und bedeutender diese Art der Kommunikation sein kann. Hätte ich das mal früher gewusst, aber hätte, hätte, Fahrradkette, besser spät als nie, nicht wahr? Hätte ich nur gewusst, wie viel Spaß es macht zu bloggen, für Euch zu schreiben, hätte ich gewusst, wie viele ich damit erreichen kann und noch erreichen könnte, hätte ich es nur schon viel früher gewusst, aber ich bemühe ich, all die verlorene Zeit aufzuholen und mein Herzthema weiter mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln in den Fokus zu rücken.

Engagement in der Geburtshilfe ist heute wichtiger als je zuvor und das beziehe ich nicht nur auf den gewünschten Kaiserschnitt, sondern auf das komplette, kranke und bewusst kaputt gespielte System, in dem tausende Gebärende heute täglich um ihr Geburtserlebnis wehen und hecheln, damit ihre Babys, noch völlig verschmiert den Geruch ihrer Mütter einsaugend, als wäre es göttliches Ambrosia, den möglichst besten Start ins Leben bekommen, egal wie dieser aussieht. Mich dabei nur der Wunschsectio zu widmen wäre jedoch fatal, denn beim Blick auf ein Detail verliert man schnell die Sicht auf das große Ganze. Ich bin nicht pro oder kontra, ich stelle mich auf keine Seite, ich stelle alle Frauen in die Mitte und lasse sie wählen. Für mich macht es keinen Unterschied, ob eine Frau in einem Wald, in ihrem Vorgarten, in einem Geburtshaus, Kreißsaal oder einem OP Mutter wird, sie wird Mutter, Punkt, genau darum geht es. Und diese Einfachheit ist der Geburtshilfe abhandengekommen. Ich möchte das ändern, zumindest möchte ich gerne ein Teil der Veränderung sein, wenn ich es nicht schon längst bin. Und ich habe erst angefangen… und nein, das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen! Ich liebe, was ich tue und es ist mir egal, wer mich jetzt oder irgendwann dafür hasst, wer meint, ich würde propagieren oder mich dem falschen Abgrund in der Geburtshilfe zuwenden. Ich habe meine Blicke schweifen lassen und ich habe erkannt, dass ich nur etwas bewirken kann, wenn ich weiter unten anpacke und nicht am letzten Glied der Verliererkette in der heutigen Geburts-Nicht-Hilfe. Und nein, ganz unten steht nicht der Wunschkaiserschnitt, denn die wahre Verliererin ist all unsere Weiblichkeit, unsere Fähigkeit und das biologische Wunder Leben zu schenken, welches in eine Maschinerie verwurstelt wurde, in der es einfach nicht atmen und wachsen kann. Wir alle haben etwas verloren und hergegeben, um die Maschine namens Geburtshilfe am Laufen zu halten, das Opfer war und ist zu groß. Sich einen Kaiserschnitt zu wünschen ist nur ein Teil des Ganzen und geht man ein paar Schritte zurück, erkennt man schnell, dass das Eine am Anderen hängt. Wir haben uns verändert, wir sind stärker, lauter und fordernder geworden, wir trauten uns aus unserer kleinen schmutzigen Küchenecke heraus, in der wir viel zu lange hocken mussten, doch nicht alles, was wir außerhalb dieser vorgefunden haben, ist mit uns gewachsen. Die Geburtshilfe dreht sich nicht um uns, nach wie vor nicht, immer noch nicht und ich frage mich, wird sie es je? Ich hoffe es sehr, nicht nur für meine eigene Tochter, sondern für alle Frauen. Und mir geht es dabei nicht um Mutter Natur, sondern um die Frauen, die in all ihren wunderbaren, individuellen Farben leuchten und genauso wahrgenommen werden sollten, und zwar in jeder Situation. Ein Kind zu gebären ist nicht irgendein Akt, es ist ein gewaltiges Kunstwerk, das uns entweder stärker denn je leuchten lassen kann oder uns allen Farben beraubt und uns zu einem Leben in grauer Tristesse verdammt, eine Geburt mischt unsere ureigene Farbpalette ganz neu, doch genau deswegen sollten auch nur wir entscheiden, welche Pinsel, Leinwand und Farben wir wählen wollen und mit Hofknicks und Handkuss sollte man uns die Wünsche von den Augen ablesen. Wir sind verdammt nochmal wundervolle Königinnen und so sollten wir auch endlich wieder behandelt werden!!!

Doch ich habe auch nach vorn geblickt und was ich sehe, ist wundervoll, spannend, voller Leidenschaft und Themen, die mir am Herzen liegen und in deren tiefem Kern immer ein und dasselbe wohnt: WIR! Wir Frauen, wir Mütter, Schwestern, Tanten und Nichten, Kolleginnen und Freundinnen, Großmütter und Enkelinnen, just wir! Wir sind alle Frauen und wir werden nicht einfach Mütter und gut, wir werden auch nicht einfach schwanger und entledigen uns unserer Kinder in irgendeinem Raum, jeder Augenblick ist wichtig und macht etwas mit uns, er verändert uns, nachhaltig, für immer, und selbst wenn uns irgendwann die Demenz die Hirne zermatscht, bleiben wir Mütter, denn die Liebe zu einem Kind, die Liebe zu neuem Leben ist größer als alles andere, und selbst wenn wir unsere eigenen Kinder nicht mehr erkennen sollten, spüren wir, dass wir Leben geschenkt haben, in unseren Herzen wird das Feuer nie erlöschen und es ist eine Schande, ein Verbrechen, das der Beginn dieses Feuers mit so viel Fremdbestimmung, mit so viel Gewalt, mit so vielen Regeln und Pflichten, mit so viel Schmerz gepflastert ist und es von der Mehrheit nach wie vor einfach hingenommen wird. Eine Geburt ist nicht irgendein Akt und das unabhängig davon ob natürlich oder per Skalpell, es ist und bleibt ein Moment, in dem das Universum kurz innehält, bevor aus einem Stern ein Wunder wird, ein Wunder, dem wir einen Namen geben und sein Lebensglück mit einem ersten Kuss auf seine kleine Stirn besiegeln. Das ist nicht irgendwas, was mit uns passiert, das ist so unbeschreiblich wundervoll, dass es mit dem gebührenden Respekt und einer entsprechenden Hingabe gepflegt werden sollte, wie ein zartes Pflänzchen. Die Realität ist eine andere, leider, doch ich schreibe so lange dagegen an, wie ich kann und man mich lässt. Ich werde nicht alle erreichen und nicht alles verändern können, aber ich möchte alles mir Mögliche versuchen, bis mir die Realität ihre Grenze zeigt und mir seinen gnadenlosesten Türsteher vor die Füße stellt, an dem ich einfach nicht vorbeikomme. Doch bis dahin… ihr wisst schon, ich kann fliegen, wenn ich will, ich kann die Zeit anhalten, wenn es sein muss, ich kann durch Wände gehen, wenn ich es für nötig halte, ich kann alles, was ich will, ich bin Schriftstellerin und ich wünsche mir, dass ich, bevor ich von dieser Welt gehe, eine bessere, den Frauen zugewandtere Geburtshilfe beobachten darf…

Für die nächste Zeit ist vieles geplant, verraten wird noch nichts, aber ich freue mich auf jedes einzelne meiner Projekte, mit denen ich entsprechende Ziele, Wünsche und Hoffnungen verbinde und ich hoffe natürlich darauf, dass ich Euch genau da erreiche, wo ich Euch zu packen versuche. Ich bin gespannt, ich hoffe, ihr ward, seid und bleibt es auch, mit mir.

Mit diesen Worten sollte der Staub der letzten schreibleeren Monate auch beseitigt worden sein. Ich habe Euch nicht vergessen, im Gegenteil, ich fange gerade erst an…

Und für alle, die es bemerkt haben, ja, das bin ich auf dem Bild… mit Sand zwischen den Zehen und Meeresrauschen im Ohr… schön war es auf Römö/Dänemark… dort sitzen und schreiben, ein Traum, der einer bleiben wird, aber der Ort ist unwichtig, wenn das eigene Herz entdeckt hat, wofür es schlägt… die Liebe in mir schlägt für meine Familie, doch die Leidenschaft in mir brennt für meine Arbeit und die Melodie sind wir Frauen und Mütter. Mein Ideenbuch ist gut gefüllt und ich freue mich darauf, alles darin umsetzen zu dürfen und dabei noch viele von Euch starken, schönen und ehrbaren Geschöpfen auf meinem Weg ein Stück mitnehmen zu können… wir sind Königinnen und Könige, falls einige Männer mitlesen (nein, ich vergesse Euch nicht, Ihr seid genauso wichtig und wundervoll) und ich wünsche uns allen nun eine ebenso wunderbare Nacht.

Doch bevor Ihr geht noch eine klitzekleine Frage… (ja ja ich weiß, das war wie immer viel Text und Ihr seid müde…) doch wenn Ihr einen Wunsch frei hättet und Ihr dürftet Euch ein Thema raussuchen, von dem Ihr von mir geschrieben, gerne etwas lesen wollen würdet, was wäre es? Ich bin gespannt auf Eure Antworten und wenn keine kommen, auch gut, ich habe genug Ideen für 50 aber da mich interessiert, was Ihr so denkt, erlaube ich es mir mal zu fragen… und nun seid Ihr erlöst. Respekt an all die, die sich tatsächlich immer alles durchlesen, Ihr seid die Geilsten…